eIDAS2
Information zu Zielen, Rahmenbedingungen, ersten Überlegungen sowie zum Start des öffentlichen Architektur- & Konsultationsprozesses zu einem Konzept der deutschen Ausgestaltung von EUDI-Wallets.
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eIDAS-Novellierung legt Grundlagen, Vorraussetzungen und Anforderungen für EUDI-Wallets fest
English version below
Am 29. Februar 2024 hat das Europäische Parlament in einer finalen Abstimmung die novellierte eIDAS-Verordnung (eIDAS 2.0) verabschiedet. Im Folgenden werden einzelne Aspekte zur EUDI-Wallet aus der novellierten eIDAS-Verordnung beschrieben. Die Aufzählung ist nicht abschließend und wird laufend ergänzt. Für ein vollständiges Verständnis wird die Lektüre des finalen Verordnungstexts, wie vom Parlament verabschiedet, empfohlen. Das Dokument soll als Lesehilfe und Nachschlagwerk für das Verständnis der Verordnung unterstützen.
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Grundlagen der EUDI-Wallet, Art. 5a
- „Eine Europäische Brieftasche für die Digitale Identität ist ein elektronisches Identifizierungsmittel, das es dem Nutzer ermöglicht, Personenidentifizierungsdaten und elektronische Attributsbescheinigungen (d.h. weitere Nachweise) sicher zu speichern, zu verwalten und zu validieren, um sie vertrauenden Beteiligten (also z.B. Behörden oder Unternehmen) und anderen Nutzern von europäischen Brieftaschen für die Digitale Identität zu präsentieren und mittels qualifizierter elektronischer Signaturen zu unterzeichnen oder mittels qualifizierter elektronischer Siegel zu besiegeln“ (Art. 3, 42). Dazu gehört auch die Kombination verschiedener Nachweise (Art. 5a, 4). Die Anwendung soll online wie auch offline möglich sein (ebd.).
- Mindestens eine EUDI-Wallet muss für Bürgerinnen und Bürger sowie für Organisationen durch ihren Mitgliedsstaat spätestens zwei Jahre nach Inkrafttreten bestimmter Durchführungsrechtsakte bereitgestellt bzw. anerkannt werden (vrstl. Q1 2027), (Art. 5a, 1 sowie Art. 5a, 2).
- Die Nutzung einer EUDI-Wallet muss für Bürgerinnen und Bürger kostenlos (Art. 5a, 12) und freiwillig sein (Art. 5a, 15).
- Das Onboarding der Nutzenden auf eine EUDI-Wallet und die Bereitstellung einer solchen soll auf dem Vertrauensniveau Hoch erfolgen (Art. 5a, 11).
- Ausschluss von Tracking und Sicherstellung von Unlinkability von Nutzer-Verhalten, auch durch Herausgeber von Nachweisen und durch die Diensteanbieter (Art. 5a, Absatz 5, b; Art. 5a, 14 sowie Art, 5a, 16).
- „Für den Quellcode der Anwendungssoftwarekomponenten von europäischen Brieftaschen für die Digitale Identität muss eine Open-Source-Lizenz gelten.“ (Art. 5a, 3, Satz 1)
- Eine EUDI-Wallet muss allen natürlichen Personen die Möglichkeit bieten, mittels qualifizierter elektronischer Signaturen (Dokumente) kostenlos zu unterzeichnen. (Art. 5a, 5, g) – mit der Möglichkeit einer Beschränkung der kostenlosen Signaturen auf nichtgewerbliche Zwecke (ebd.).
- Von staatlicher Seite sollen folgende Informationen in einer EUDI-Wallet bestätigt/bereitgestellt werden (Anhang 6): Adresse, Alter, Geschlecht, Personenstand, Familienzusammensetzung, Staatsangehörigkeit oder Staatsbürgerschaft, Bildungsabschlüsse, Titel und Erlaubnisse.
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Voraussetzungen für Diensteanbieter (in der VO „vertrauende Beteiligte“ genannt, Art. 5b)
- Um auf eine EUDI-Wallet zugreifen zu können, muss ein Diensteanbieter sich in dem Mitgliedstaat registrieren, wo er niedergelassen ist.
- Das Registrierungsverfahren muss kosteneffizient und dem Risiko angemessen sein. Der Diensteanbieter gibt dabei Mindestinformationen an (z.B. Name, Kontaktangaben, beabsichtigte Verwendung der EUDI-Wallet, einschließlich der Daten, die von den Nutzern angefordert werden soll).
- Diensteanbieter dürfen nur die Daten aus eine EUDI-Wallet abrufen, für die sie sich registriert haben (Art. 5b, Absatz 3) und müssen sich gegenüber dem Nutzer selbst identifizieren bzw. authentifizieren bevor sie Daten abrufen (Art. 5a, Absatz 5c).
- Diensteanbieter dürfen die Verwendung von Pseudonymen nicht verweigern, wenn die Identifizierung des Nutzers nicht im Unionsrecht oder im nationalen Recht vorgeschrieben ist.
- Vermittler, die im Namen von Diensteanbietern handeln, sind als vertrauende Beteiligte zu betrachten und dürfen keine Daten über den Inhalt der Transaktion speichern (Art. 5b, Abs. 10).
- Diensteanbieter müssen die Echtheit und Gültigkeit von europäischen Brieftaschen für die Digitale Identität überprüfen (Art. 5, Absatz 5, a, viii).
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Anerkennung einer EUDI-Wallet im (grenzübergreifenden) Geschäftsverkehr (Art. 5f)
- Der Zugang zu einem von einer öffentlichen Stelle erbrachten Online-Dienst, der eine elektronische Identifizierung und Authentifizierung erfordert, muss über jede EUDI-Wallet ermöglicht werden, die in einem der Mitgliedstaaten anerkannt wurde.
- Private Organisationen (Ausnahme von Kleinst- und Kleinunternehmen), die Dienste erbringen, und dabei rechtlich verpflichtet sind, eine (starke) Online-Identifizierung vorzunehmen, oder diese vertraglich vorgeschrieben ist, müssen auf das freiwillige Verlangen des Nutzers eine EUDI-Wallet akzeptieren. Bspw. in den Bereichen Verkehr, Banken, Finanzdienstleistungen, Gesundheit, Postdienste, Bildung, Telekommunikation, etc. (spätestens 36 Monate nach Inkrafttreten bestimmter Durchführungsrechtsakte; vrst. Q1 2028).
- Sehr große Onlineplattformen, die für den Zugang zu Online-Diensten eine Nutzerauthentifizierung erfordern (z.B. Login bei Facebook, Google, Microsoft, etc.) müssen auf das freiwillige Verlangen des Nutzers eine EUDI-Wallet akzeptieren.
eIDAS Amendment Sets Out Principles, Prerequisites and Requirements for EUDI Wallets
On 29th February 2024, the European Parliament adopted the amended eIDAS Regulation (eIDAS 2.0) in a final vote. The following text describes specific aspects of the EUDI Wallet as outlined in the amended eIDAS Regulation. Please note that this list is not exhaustive and will be continuously updated. For a comprehensive understanding, we recommend reading the final text of the regulation as adopted by Parliament. The document is intended to serve as a reading aid and reference guide to support understanding of the Regulation.
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Basics of the EUDI Wallet, Art. 5a
- “‘European Digital Identity Wallet’ means an electronic identification means which allows the user to securely store, manage and validate person identification data and electronic attestations of attributes for the purpose of providing them to relying parties and other users of European Digital Identity Wallets, and to sign by means of qualified electronic signatures or to seal by means of qualified electronic seals.” (Art. 3, 42). This also includes the combination of different forms of proof (Art. 5a, 4). The application should be possible both online and offline (ibid.).
- At least one EUDI Wallet must be made available or recognised for citizens and organisations by their Member State no later than two years after the entry into force of certain implementing acts (expected Q1 2027) (Art. 5a, 1 and Art. 5a, 2).
- The use of an EUDI Wallet must be free of charge for citizens (Art. 5a, 12) and voluntary (Art. 5a, 15).
- The onboarding of users to an EUDI Wallet and the provision of such a wallet should take place at trust level “high” (Art. 5a, 11).
- Exclusion of tracking and ensuring unlinkability of user behaviour, including by publishers of evidence and by service providers (Art. 5a, para. 5, b; Art. 5a, 14 and Art. 5a, 16).
- "The source code of the application software components of European Digital Identity Wallets shall be open-source licensed." (Art. 5a, 3, sentence 1)
- An EUDI Wallet must offer all natural persons the possibility to sign (documents) free of charge by means of qualified electronic signatures (Art. 5a, 5, g) - with the possibility of restricting free signatures to non-commercial purposes (ibid.)
- The following information should be confirmed/provided by the state in an EUDI Wallet (Annex 6): address, age, gender, marital status, family composition, nationality or citizenship, educational qualifications, titles, and authorisations.
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Requirements for service providers (referred to as "relying parties" in the Regulation, Art. 5b)
- In order to access an EUDI Wallet, a service provider must register in the Member State in which it is established.
- The registration process must be cost-effective and proportionate to the risk. The service provider shall provide minimum information (e.g., name, contact details, intended use of the EUDI Wallet, including the data to be requested from users).
- Service providers may only retrieve data from an EUDI Wallet for which they have registered (Art. 5b, para. 3) and must identify or authenticate themselves to the user before retrieving data (Art. 5a, para. 5c).
- Service providers may not refuse the use of pseudonyms if the identification of the user is not required by Union or national law.
- Intermediaries acting on behalf of service providers are to be regarded as relying parties and may not store any data on the content of the transaction (Art. 5b, para. 10).
- Service providers must verify the authenticity and validity of European Digital Identity Wallets (Art. 5, para. 5, a, viii).
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Recognition of an EUDI Wallet in (cross-border) business transactions (Art. 5f)
- Access to an online service provided by a public sector body that requires electronic identification and authentication must be possible via any EUDI Wallet recognised in one of the Member States.
- Private organisations (with the exception of micro and small enterprises) that provide services and are legally obliged to carry out (strong) online identification or are contractually obliged to do so must accept an EUDI Wallet at the voluntary request of the user, e.g., in the areas of transport, banking, financial services, health, postal services, education, telecommunications, etc. (at the latest 36 months after the entry into force of certain implementing acts; pr. Q1 2028).
- Very large online platforms that require user authentication to access online services (e.g., login to Facebook, Google, Microsoft, etc.) must accept an EUDI Wallet at the voluntary request of the user.
Zeitleiste des Architektur- & Konsultationsprozesses
Kommende Konsultationsformate werden mit Angaben zu genauen Terminen und Möglichkeiten der Teilnahme rechtzeitig hier im Veranstaltungskalender veröffentlicht.
Eine chronologische Auflistung der vergangenen Termine mit Links zu den Aufzeichnungen finden Sie in der untenstehenden Tabelle.
Date | Event |
---|---|
03.02.2025 | 13. Session Working Group EGOM Documentation can be found here |
29.01.2025 | 16. Open Online Consultation OOC - Wallet Relying Party Authentication (English) Documentation can be found here |
22.01.2025 | 15. Open Online Consultation OOC - Wallet Relying Party Authentication (German) Documentation can be found here |
20.01.2025 | 12. Session Working Group EGOM Documentation can be found here |
04.12.2024 |
14. Open Online Consultation OOC 4 years SDI - Schaufensteprojekte Sichere Digitale Identitäten - Lessons Learned and knowledge transfer. Documentation can be found here |
02.12.2024 |
11. Session Working Group EGOM Use cases in the ecosystem. Please register here |
20.11.2024 |
13. Open Online Consultation OOC In the series "technical standards explained" our expert Matthias Schwan presents the ISO specifications and explains how they were considered in the architecture & consultation process for EUDI wallets in GermanyISO specifications. Please register here |
18.11.2024 |
10. Session Working Group EGOM Value proposition discussion from the ecosystem perspective. Please register here |
14.11.2024 |
10. Open Online Consultation OOC - english version German EUDI Wallet - project updates. |
06.11.2024 |
12. Open Online Consultation OOC EUDI Wallet Product Vision and Value Proposition. You can find the documentation here To comment on the value proposition document, please follow the link to the respective repository here |
04.11.2024 |
9. Session Working Group EGOM A session on organizational wallet and their implications for an Ecosystem Operating Model. Documentation here |
23.10.2024 |
11. Open Online Consultation OOC Technical standards explained: Revocation with IETF Token Status List. Documentation here |
21.10.2024 |
8. Session Working Group EGOM Continued synthesis of the community presentations and reflection on the presented operating model draft. The documentation of the session can be found here |
09.10.2024 |
10. Open Online Consultation OOC The documentation of the latest project update with videorecording, Q&A-collection and background information on the analysis of PID-options can be found here |
07.10.2024 |
7. Session Working Group EGOM Presentation of the first operating model concept resulting from the synthesis of the community presentations. Find the documentation. here |
23.09.2024 |
6. Session Working Group EGOM With the first synthesis of community inputs. You can find the documentation here |
09.09.2024 |
5. Session Working Group EGOM With the last community presentations. You can find the documentation here |
28.08.2024 |
Open Online Consultation eIDAS 2.0 Implementing Act Draft Consultation Session - - Documentation can be found here |
26.08.2024 |
4. Session Working Group EGOM Die Dokumentation finden Sie - Documentation can be found here |
15.08.2024 |
3. Session Working Group EGOM Die Dokumentation finden Sie - Documentation can be found here |
14.08.2024 |
Open Online Consultation In der Serie "technische Standards erklärt" wird Dr. Daniel Fett die Vorstellung von SD-JWT VC fortführen. - auf Deutsch. Den Registrierungslink finden Sie hier |
01.08.2024 |
Zweites Treffen der Working Group EGOM Nach dem Kick-Off am 10. Juli fand am 01.08.2024 der zweite Termin statt. Die Dokumentation finden Sie hier |
31.07.2024 |
Open Online Consultation In der Serie "technische Standards erklärt" wurde OpenID for Verifiable Presentations vorgestellt. - auf Deutsch. Die Aufzeichnung finden Sie hier |
17.07.2024 |
Open Online Consultation In der Serie "technische Standards erklärt" hat Dr. Daniel Fett die Grundlagen der Standards SD-JWT und SD-JWT VC vorgestellt. - auf Deutsch. Die Aufzeichnung und die Präsentation finden Sie hier |
10.07.2024 |
EGOM Working Group Kick-Off Während initialen Veranstaltung der Arbeitsgruppe Ecosystem Governance and Operating Models wurden Grundidee und Prinzipien der Arbeitsgruppe besprochen und die Teilnahmebedingungen erläutert. Alle Informationen dazu finden Sie hier . |
06.06.2024 |
Projektvorstellung auf der EIC 2024 Auf der European Identity and Cloud Conference 2024 wurde das Projekt vorgestellt. Die Aufnahmen dazu finden Sie hier |
14.05.2024 |
Datenschutzworkshop In einem ganztägigen Online Workshop mit über 100 Teilnehmenden wurden Aspekte der Datensicherheit und Privacy betrachtet. Videoaufzeichnungen, Präsentationen und eine Ergebnisdokumentation finden Sie hier |
24.04.2024 |
Open Online Consultation Während der vierten offenen Online-Sprechstunde wurde der Innovationswettbewerb SPRIND Funke „EUDI Wallet Prototypes“ bekannt gegeben. Die Dokumentation der Q&A-Runde finden Sie hier. |
26.03.2024 |
Open Online Consultation Während der dritten offenen Online-Sprechstunde wurden die ersten Abschnitte zum Thema Operating Models des Proposals V2 vorgestellt. Die Dokumentation finden Sie hier. |
25.03.2024 |
Open Online Consultation Die zweite offene Online-Sprechstunde thematisierte den zweiten Architektur-Vorschlag und fand einmal auf Deutsch und einmal auf Englisch statt. |
08.02.2024 |
Open Online Consultation Bei der ersten Offenen Online-Sprechstunde mit rund 80 Teilnehmenden stand der veröffentlichte erste Architektur-Vorschlag im Mittelpunkt. Die entsprechende Videoaufzeichnung kann hier abgerufen werden. |
23.10.2023 |
Workshop zu Geschäfts- und Betriebsmodellen Der zweite Workshop "Geschäfts- und Betriebsmodelle für privat betriebene EUDI-Wallets" fand mit rund 30 Teilnehmenden in Berlin statt. Eine Videoaufzeichnung gibt es hier. |
30.08.2023 |
Use Cases Workshop In einem ersten Workshop wurden gemeinschaftlich mit rund 40 Teilnehmenden an der Identifizierung relevanter Use Cases für EUDI-Wallets gearbeitet. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie die Videoaufzeichnung stehen hier bereit. |
31.07.2023 |
Kick-Off Veranstaltung des Architektur- & Konsultationsprozesses Weitere Informationen finden Sie hier. |
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