KERN UX-Standard als UX-Layer für den Deutschland-Stack

UPDATE – 2. Konsultationsrunde (Februar 2026)

Seit der Einreichung dieses Tickets in der 1. Konsultationsrunde hat sich sowohl die Verbreitung als auch die strategische Relevanz von KERN erheblich weiterentwickelt. Dieses Update dokumentiert den aktuellen Stand, die wachsende Skalierung und die Einordnung von KERN in die D-Stack-Architektur.

KERN in der Umsetzung: Produktiver Einsatz über alle Verwaltungsebenen und Anwendungstypen

KERN ist längst keine Empfehlung mehr – KERN wird umgesetzt. Die Zahl der produktiven und in Umsetzung befindlichen Implementierungen wächst kontinuierlich und deckt inzwischen alle Verwaltungsebenen, Anwendungstypen und Technologie-Stacks ab, z. B.:

  • Onlinedienste: BAföG Digital, service.justiz.de, Vollintegration AFM von cit, Kurabgabe SH, ...
  • Portale: servicestandard.gov.de, NOLIS-Serviceportale für 400+ Kommunen, NOOTS, SH-Landesportal, -Service- und kommunale Bürgerportale, ...
  • Plattformen/Fachverfahren: OSI, Kommunikationsplattform Justiz, Online-Register-Plattform, Consul, Formular-Editor OZG-Hub, ...
  • Infrastruktur: OpenCode-Redesign ZenDiS, D-Stack-Landingpages, ...
  • International: Vergabeplattform und Klimadatenplattform Schweiz

Organisationen setzen KERN vermehrt ein, weil es die effizienteste Grundlage für die barrierefreie Entwicklung ihrer Verwaltungsangebote ist.

Wirtschaftlichkeit

Das GOV.UK Design System spart der britischen Verwaltung rund 41 Mio. € pro Jahr bei 50 % weniger Entwicklungszeit. In Deutschland betreiben Bund und Länder derzeit separate Design-Systeme im zweistelligen Millionenbereich pro Jahr – größtenteils nicht Open Source, nicht nachnutzbar, nicht interoperabel. Die Konsolidierung auf einen gemeinsamen Standard erzeugt einen erheblichen Netzwerkeffekt: Jede Organisation, die KERN implementiert, reduziert ihre Kosten und stärkt gleichzeitig den Standard für alle.

Community und Unterstützung

50+ Unterstützungen allein in diesem Ticket. Über 600 Community-Mitglieder. Strategische Partnerschaften und aktive Umsetzungen mit DigitalService, Seitenbau, Nortal, cit, publicplan, Dataport, init, ITZBund, adesso u. v. m.

Der Community-Ansatz macht KERN zum einzigen Design-System für die öffentliche Verwaltung in Deutschland, das föderal und kollaborativ entwickelt wird. Mehr als 600 Community-Mitglieder aus Verwaltung, IT und UX sowie strategische Partnerschaften mit zahlreichen IT-Unternehmen gestalten Komponenten, Patterns und Implementierungen gemeinsam weiter und sichern die technologische Skalierung, Qualität und Nachnutzbarkeit über alle föderalen Ebenen hinweg.

Eigenständige Positionierungen zu KERN im Konsultationsverfahren zum D-Stack kamen u. a. von:

  • Freie und Hansestadt Hamburg (#692): KERN als UX/UI-Framework für den D-Stack
  • Landeshauptstadt München (#638): Kooperationsvereinbarung, KERN als verbindlicher Standard
  • Bundesstadt Bonn: Strategischer Partner, finanziert eigene KERN-Umsetzung
  • Deutscher Bundestag: Verankerung im D-Stack als „sehr wichtig" bewertet
  • NOLIS: KERN als Standard für Serviceportale von 400+ Kommunen
  • ZenDiS / OpenCode: Redesign auf KERN-Basis
  • Landesprogramm Offene Innovation: Empfiehlt KERN seit 2024 allen Projekten

Stimmen aus der Praxis:

„KERN hat uns geholfen, in kürzester Zeit ein komplexes, barrierefreies Produkt nutzerzentriert umzusetzen." – Produktverantwortliche eines bundesweiten Online-Dienstes

„Der Design-Baukasten entlastet enorm bei handwerklichen Arbeiten und schafft mehr Zeit für Inhalte. Die Vorgaben der DIN SPEC 66336 zur ‚Erkennbarkeit als staatliche Website' werden so besonders effizient und wirtschaftlich umgesetzt." – Referent aus dem BMDS

„Obwohl wir in den vergangenen Jahren eigene Komponentenbibliotheken und Designsysteme entwickelt haben, verfolgen wir diese Arbeit nicht weiter. Stattdessen verwenden wir in Zukunft in bestehenden und neuen Projekten beim DigitalService, wo immer möglich, das KERN-Designsystem." – DigitalService in einem ausführlichen Blogbeitrag

Harmonisierung

Die aktuelle Konsultationsrunde zeigt, dass verschiedene Organisationen eigene Design-System-Implementierungen entwickeln (vgl. u. a. #665 DESYBRI). KERN bietet hierfür bereits heute einen erprobten Harmonisierungsrahmen. Die Web-Components-Bibliothek KoliBri beispielsweise, technische Basis des vom ITZBund entwickelten DESYBRI, demonstriert, wie technologiespezifische Implementierungen unter einem gemeinsamen UX-Standard interoperabel zusammenwirken können.

Dieses Modell – ein übergeordneter, technologieunabhängiger UX-Standard mit framework-spezifischen Implementierungen – ist der skalierbare Weg, Konsistenz für Nutzende sicherzustellen und gleichzeitig die technische Vielfalt der föderalen Landschaft zu respektieren. KERN schließt keine Technologie aus, sondern schafft den gemeinsamen Rahmen, innerhalb dessen unterschiedliche Umsetzungen interoperabel bleiben.

KERN als UX-Layer für den Deutschland-Stack

KERN erfüllt als einzige Lösung alle Voraussetzungen für einen föderalen UX-Layer: Open Source (OpenCode), technologieunabhängig (React, Vue.js, Angular, Web Components u. v. m.), barrierefrei by Design (BITV 2.0, DIN SPEC 66336, Servicestandard), produktiv erprobt, community-getragen und nachhaltig skalierfähig in der föderalen Landschaft.

In der Modernisierungsagenda (S. 47, Absatz 5: Bundeseinheitliche Standards) wurde KERN neben der DIN SPEC 66336 und FIM als einer der wichtigsten verbindlichen bundeseinheitlichen Standards für die Bereitstellung von offenen Schnittstellen, Basisdiensten und Prozessen aufgeführt. KERN sollte jetzt auch Eingang in den Deutschland-Stack finden.

Wir laden alle ein, diesen Weg gemeinsam weiterzugehen.



Wir schlagen vor, KERN, den offenen UX-Standard für die deutsche Verwaltung, als Teil des UX-Layer des Deutschland-Stacks zu verankern.

Digitale Verwaltung ist mehr als Technik – sie ist Erlebnis. Ob Bürger:innen, Unternehmen oder Verwaltungsmitarbeitende digitale Angebote nutzen, hängt entscheidend davon ab, ob diese verständlich, zugänglich und vertrauenswürdig sind. Gute User Experience (UX) ist daher keine Kür, sondern eine Voraussetzung dafür, dass der Staat im digitalen Raum als funktional, inklusiv und handlungsfähig wahrgenommen wird.

Der Deutschland-Stack legt den technischen Plattformkern: Vertrauens-, Interaktions- und Datendienste schaffen die Grundlage für eine moderne, interoperable Infrastruktur. Damit diese Infrastruktur im Alltag wirksam wird, braucht es eine zusätzliche, sichtbare Schicht: einen UX-Layer, der Technik und Mensch systematisch verbindet und dafür sorgt, dass staatliche Leistungen überall nutzerfreundlich gestaltet und damit verständlich, barrierefrei und wiedererkennbar sind.

KERN ist das einzige Design-System für die deutsche Verwaltung, das Open Source, technologieunabhängig, barrierefreie-by-design, skalierbar und anpassbar an Identitäten aller föderalen Ebenen ist und die Voraussetzungen erfüllt, um als bzw. als Teil des standardisierten UX-Layers im Deutschland-Stack zu fungieren.

In Kombination mit dem Servicestandard und in Interoperabilität mit Bibliotheken wie z. B. KoliBri und durch Harmonisierung mit anderen Design-Systemen löst KERN die aktuelle Lücke auf, nutzerfreundliche und vertrauenswürdige digitale Verwaltungsangebote zu gestalten und trägt als Lösung/Baustein dazu bei, die gesetzlichen Anforderungen der Verwaltung (Servicestandard, DIN SPEC 66336, BITV 2.0, etc.) zu erfüllen.

Zudem skaliert KERN bereits jetzt in fast alle gängigen Webtechnologien wie z. B. React, Vue.js, Angular und Web Components. KERN bietet im Kontext von KI einerseits die strukturierte Grundlage (Guidelines und Metadaten) für KI-gestützte Codegenerierung und bietet schon heute optimierte Muster im Bereich Schnittstelle Mensch-Maschine.

KERN ist die Lösung, die bereits produktiv im Einsatz ist und dafür sorgt, dass der Deutschland-Stack nicht nur technisch exzellent, sondern auch menschlich erlebbar wird.

Ausformulierte Version inkl Kriterienkatalog und Zusammenspiel mit anderen Lösungen am Bsp KoliBri.

KERN4D-Stack-UXLayer-Langversion.pdf

Edited Feb 15, 2026 by Isabell Pietta
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